Fehlerstromschutzschalter - umgangssprachlich FI-Schalter oder technisch korrekt RCD (Residual Current Device) - sind ein zentrales Element moderner Niederspannungsinstallationen. Sie erkennen Fehlerströme gegen Erde und schalten den betroffenen Stromkreis automatisch ab, bevor es zu gefährlichen Berührungsspannungen oder Folgeschäden kommt.
Mitsubishi Electric bietet hierfür ein breites Sortiment an Fehlerstromschutzschaltern (RCD), die speziell für den Einsatz in Wohngebäuden, gewerblichen Objekten und industriellen Anwendungen ausgelegt sind.
Was ist ein FI-Schalter / Fehlerstromschutzschalter?
Ein FI-Schalter ist eine Schutzeinrichtung, die kontinuierlich den ein- und ausfließenden Strom eines Stromkreises überwacht. Weichen Hin- und Rückstrom voneinander ab, liegt ein Fehlerstrom vor - zum Beispiel durch Isolationsfehler, beschädigte Leitungen oder den Kontakt einer Person mit spannungsführenden Teilen. Wird ein definierter Differenzstrom überschritten, löst der Fehlerstromschutzschalter aus und trennt den Stromkreis innerhalb kurzer Zeit vollständig vom Netz.
Während Leitungsschutzschalter vor Überlast und Kurzschluss schützen, adressiert der FI-Schalter gezielt das Risiko eines elektrischen Schlags. Damit stellt er besonders in Bereichen mit hoher Personengefährdung - etwa in Bädern, Außenbereichen oder in Laieninstallationen - eine unverzichtbare Schutzmaßnahme dar und hilft gleichzeitig, Brandrisiken durch Fehlerströme zu reduzieren.
Wie funktioniert ein FI-Schalter technisch?
Im Inneren eines Fehlerstromschutzschalters befindet sich ein Summenstromwandler, durch den alle aktiven Leiter eines Stromkreises geführt werden. Fließt im Normalbetrieb derselbe Strom über Außenleiter und Neutralleiter, ist die magnetische Summenwirkung im Wandler gleich Null. Entsteht ein Fehlerstrom, etwa gegen Erde, entsteht eine Differenz - der Summenstrom ist ungleich Null, und im Wandler wird eine Spannung induziert.
Diese Spannung steuert einen Auslösemechanismus an, der den Schalter innerhalb vorgegebener Zeiten öffnet. Bei FI-Schaltern für den Personenschutz liegt der Bemessungsdifferenzstrom in der Regel bei 30 mA, um das Risiko lebensgefährlicher Körperströme deutlich zu reduzieren. Für Brandschutz- oder Anlagenschutzaufgaben kommen häufig Empfindlichkeiten von 100 mA oder 300 mA zum Einsatz.
Normative Anforderungen und Einsatzbereiche von FI-Schaltern
Die Norm DIN VDE 0100-410 definiert wesentliche Anforderungen für den Schutz gegen elektrischen Schlag und schreibt in vielen Bereichen den Einsatz von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen vor - unter anderem für Steckdosenstromkreise bis 32 A, für bestimmte Außenstromkreise sowie für Leuchtenstromkreise in Wohnungen.
Typische Einsatzbereiche für FI-Schalter sind:
- Wohngebäude, insbesondere Bäder, Küchen und Außenbereiche
- Kindergärten, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Beherbergungsbetriebe
- Gewerbe- und Industrieanlagen mit hohen Personenschutzanforderungen
- Installationen mit erhöhter Brandgefährdung oder mit wertvollen Sachgütern
FI-Schalter sind damit ein zentrales Werkzeug, um die normativen Vorgaben in der Praxis umzusetzen und das Sicherheitsniveau elektrischer Anlagen nachhaltig zu erhöhen.
Fehlerstromschutzschalter (RCD) von Mitsubishi Electric im Überblick
Mitsubishi Electric bietet ein umfassendes Sortiment an RCD-Fehlerstromschutzschaltern als modulare Hutschienen-Komponenten. Das Standardsortiment umfasst empfindliche Geräte vom Typ A mit einem Bemessungsdifferenzstrom von 30 mA, erhältlich in 2-poliger und 4-poliger Ausführung und Nennströmen von 25 A bis 125 A. Diese eignen sich ideal für den Schutz vor Erdschlussfehlern in Endstromkreisen.
Auf der Übersichtsseite zu den RCD Fehlerstromschutzschaltern von Mitsubishi Electric finden Elektrofachbetriebe eine strukturierte Darstellung der verfügbaren Baureihen, Typen und Nennstrombereiche. Für konkrete Anwendungen stehen Gerätedetails wie der RCD-40/2/30mA - A (2-polig, 40 A, 30 mA) oder der RCD-100/4/30mA - A (4-polig, 100 A, 30 mA) bereit - jeweils mit technischen Daten, Maßzeichnungen und Download-Bereich. Neben Typ-A-Geräten sind auch Typ-B-Fehlerstromschutzschalter für Anwendungen mit Gleichstromanteilen verfügbar, etwa bei bestimmten Frequenzumrichter- oder Ladeinfrastruktur-Applikationen. Damit lassen sich Schutzkonzepte gezielt an moderne Verbraucherlandschaften anpassen.
Typische Anwendungen für FI-Schalter in der Praxis
In der Praxis kommen FI-Schalter überall dort zum Einsatz, wo Personen, Nutztiere oder Sachgüter zuverlässig vor Fehlerströmen geschützt werden müssen. In Wohngebäuden schützen sie Steckdosen- und Beleuchtungsstromkreise, in Zweckbauten häufig auch spezifische Bereiche mit erhöhtem Risiko, wie Küchen, Laborräume oder Sanitärbereiche.
In industriellen oder gewerblichen Anlagen sind Fehlerstromschutzschalter insbesondere dort relevant, wo:
- viele laienbediente Steckdosen installiert sind,
- feuchte oder leitfähige Umgebungen vorliegen,
- tragbare elektrische Betriebsmittel im Einsatz sind oder
- besondere Anforderungen an Brandschutz und Verfügbarkeit bestehen.
Durch die Kombination von RCDs unterschiedlicher Auslöseströme und Selektivitätskonzepte lassen sich abgestufte Schutzstrategien realisieren, die sowohl Personen- als auch Anlagenschutz berücksichtigen.
Auswahl des passenden FI-Schalters
Die Auswahl des geeigneten Fehlerstromschutzschalters hängt von mehreren Faktoren ab:
- Nennstrom und Polzahl des zu schützenden Stromkreises
- Fehlerstrom-Empfindlichkeit (z. B. 30 mA für Personenschutz, 100/300 mA für Brand- oder Anlagenschutz)
- Fehlerstrom-Typ (Typ AC, A oder B) abhängig von angeschlossenen Verbrauchern
- Umgebungsbedingungen und Anforderungen der jeweiligen Normen und Technischen Anschlussbedingungen
Das RCD-Portfolio von Mitsubishi Electric deckt ein breites Spektrum ab - von kompakten 2-poligen RCDs für typische Wohnungsstromkreise bis zu leistungsstärkeren 4-poligen Geräten für dreiphasige Anwendungen. Über die Seite zu den RCD Fehlerstromschutzschaltern können Installateure gezielt nach Nennstrom, Polzahl, Empfindlichkeit und Baugröße filtern und das passende Gerät auswählen.
Unser Standardsortiment an Fehlerstromschutzschaltern RCD sind empfindliche Geräte vom Typ A mit einer Einstellung von 30mA. Diese sind von 25A bis 125A in 2-poliger und 4-poliger Ausführung erhältlich. Sie eignen sich ideal für den Schutz vor Erdschlussfehlern. Typ A schützt bei Wechselfehlerströmen und besonderen, nicht geglätteten Formen von Gleichfehlerströmen. Wir haben Fehlerstromschutzschalter vom Typ B für Gleichstromlasten im Angebot. Bei den Schutzschaltern vom Typ B handelt es sich um eine spezielle Variante, die zusätzlich zu den Standardschutzschaltern des Typs A eine veränderte Frequenzcharakteristik und die Fähigkeit, glatte Gleichströme zu verarbeiten, aufweist. Wir können sie auch in den Versionen 100mA und 300mA liefern. Unsere RCD sind gemäß EN61008-1 zertifiziert.
FI-Schalter im Systemverbund mit anderen Schutzgeräten
In Niederspannungsverteilungen arbeiten FI-Schalter nicht isoliert, sondern im Verbund mit Leitungsschutzschaltern, RCBOs, AFDD-Schaltern und Überspannungsschutzgeräten. Mit der modularen MDRC-Serie bietet Mitsubishi Electric ein durchgängiges System von Hutschienen-Komponenten, das Personenschutz, Anlagenschutz und Brandschutz in einem konsistenten Produktportfolio vereint. So lassen sich z. B. RCDs als zentrale Fehlerstrom-Schutzeinrichtung in Unterverteilungen einsetzen, während RCBOs für einzelne Abgänge kombiniert Überstrom- und Fehlerstromschutz bereitstellen und AFDD-Schalter eine zusätzliche Fehlerlichtbogenerkennung ermöglichen. Dadurch erhalten Planer und Errichter maximale Flexibilität, um Schutzkonzepte normgerecht und anwendungsoptimiert umzusetzen.
FAQ zu FI-Schaltern
Was macht ein FI-Schalter genau?
Ein FI-Schalter überwacht den Stromfluss im Stromkreis und vergleicht Zu- und Rückstrom miteinander. Entsteht ein Fehlerstrom, etwa über eine Person oder durch eine beschädigte Leitung gegen Erde, erkennt der FI-Schalter die Differenz und schaltet den Stromkreis automatisch ab. So wird das Risiko eines elektrischen Schlags deutlich reduziert und gleichzeitig ein Beitrag zum Brandschutz geleistet.
Wann ist der Einsatz eines FI-Schalters vorgeschrieben?
Die Norm DIN VDE 0100-410 fordert Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen unter anderem für Steckdosenstromkreise bis 32 A, die zur allgemeinen Verwendung durch Laien bestimmt sind, für bestimmte Außenstromkreise sowie für Leuchtenstromkreise in Wohnungen. Darüber hinaus empfehlen viele Fachregelwerke den Einsatz von FI-Schaltern überall dort, wo ein erhöhtes Risiko für Personenschäden oder Brände besteht.
Welche Empfindlichkeit sollte ein FI-Schalter haben?
Für den Personenschutz werden Fehlerstromschutzschalter mit einem Bemessungsdifferenzstrom von 30 mA eingesetzt. Sie begrenzen den möglichen Körperstrom so, dass schwere gesundheitliche Schäden deutlich unwahrscheinlicher werden. Für Brand- oder Anlagenschutzaufgaben kommen häufig 100- oder 300-mA-FI-Schalter zum Einsatz, etwa als übergeordnete Schutzeinrichtung in Verteilungen. Welche Empfindlichkeit im Detail erforderlich ist, ergibt sich aus Normen, Netzform und Anwendungsfall.
Was ist der Unterschied zwischen FI-Schalter (RCD) und FI/LS (RCBO)?
Ein klassischer FI-Schalter (RCD) bietet nur Fehlerstromschutz und wird in der Regel zusammen mit einem vorgeschalteten Leitungsschutzschalter eingesetzt. Ein FI/LS-Schalter - technisch RCBO (Residual Current Circuit Breaker with Overcurrent Protection) - kombiniert Fehlerstromschutz und Überstromschutz in einem Gerät. Mitsubishi Electric bietet neben den reinen RCD Fehlerstromschutzschaltern auch RCBO-Geräte als modulare Hutschienen-Komponenten an, die sich insbesondere für selektive Schutzkonzepte auf einzelnen Endstromkreisen eignen.
Gerne beraten wir Sie persönlich. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!